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Mobiles Bezahlen mit Google Pay & Co.: So sicher wie beworben?

Während Google Pay hierzulande schon seit Mitte des Jahres verfügbar ist, dürfen sich iPhone-Nutzer erst seit knapp zwei Wochen über die Bezahlmöglichkeit mit dem eigenen Smartphone freuen. Während die einen die neuen Optionen mit offenen Armen entgegennehmen und sich fragen, warum die Einführung so lange gedauert hat, sehen andere die Technik kritisch und beäugen mobiles Bezahlen gerade mit Blick auf die Privatsphäre kritisch. Wir beleuchten, worauf man achten muss, wenn man unterwegs oder im Internet mit dem Handy zahlen möchte und welchen Gefahren man dabei aus dem Weg gehen muss.

Denn egal, wie man aktuell zu Google Pay, Apple Pay und Konsorten steht: In Zukunft wird man der neuen Technologie wohl nur schwer aus dem Weg gehen können. Expertenvermuten schließlich, dass im kommenden Jahr ganze 500 Milliarden US-Dollar via Smartphone über den Ladentisch gehen werden.

Sicherheitsrisiken bei der Nutzung von mobilen Zahlungsmethoden

Apple und Google als prominenteste Vertreter der mobilen Zahlungswelle werben mit großen Versprechungen: Transaktionen per Smartphone seien schneller, anonymer und sicherer als solche mit herkömmlichen Kreditkarten. Doch sollte man sich von diesen Angaben direkt überzeugen lassen?

Wer sich beispielsweise bei der Einrichtung einer der beiden Dienste in einem öffentlichen WLAN, etwa in einem Café oder in der Bahn, befindet, geht das Risiko ein, abgehört zu werden. Sollten die eigenen Daten hier einmal abgefangen worden sein, können Hacker diese ohne das eigene Wissen verwenden – wir empfehlen also die Einrichtung per Mobilfunk oder zuhause im eigenen Drahtlosnetzwerk. Sollte das beides – warum auch immer – keine Option darstellen, darf zumindest auf ein VPN nicht verzichtet werden, um es potenziellen Datendieben so schwer wie möglich zu machen.

Eine weitere Schwachstelle sind fehlerhaft programmierte Apps: Diese bergen gleich zwei Gefahren. Einmal können unwillentlich falsche Aktionen ausgeführt werden, sodass etwa in einer Trading-App nicht der richtige Forex Broker ausgewählt und bezahlt wird, andererseits können Schwachstellen im Code es Hackern leicht machen, ins Gerät einzudringen.

Bei Drittanbietersoftware ist allgemein Vorsicht geboten – allzu leicht holt man sich hier versehentlich Malware auf das Gerät, wenn man aus unseriösen Quellen Videos, Apps oder Musik herunterlädt. Es empfiehlt sich also, das eigene Onlineverhalten bewusst zu gestalten, wenn man auf dem selben Gerät auch Kreditkarteninformationen hinterlegen möchte.

Ein weiteres Szenario, über das man sich Gedanken machen sollte, ist der Verlust des Geräts: Kann jemand fremdes dann auf das eigene digitale Portemonnaie zugreifen? Fingerabdruck- und Gesichtsscanner sowie komplizierte Passwörter können das zumindest erschweren und garantieren eine größere Sicherheit als Kreditkarten mit vierstelligen Codes. Auch die Option zum ferngesteuerten Zurücksetzen des Smartphones bei Diebstahl oder Verlust ist hier Gold wert und sollte unbedingt aktiviert werden, bevor das Bezahlsystem eingerichtet ist.

Das klingt alles erst einmal abschreckend – wer allerdings über die Risiken Bescheid weiß und verantwortungsbewusst handelt, kann mit Apple Pay, Google Pay & Co. mindestens genauso sicher zahlen wie mit konventionellen Kreditkarten. Ein Aspekt, über den man sich hier eher Gedanken machen sollte, ist die Privatsphäre: Soll meine Bank jede meiner Transaktionen nachvollziehen können oder möchte ich weiterhin meine Anonymität wahren und Bar bezahlen?

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